FLYING WITH THE OWL

Auf zum Flug mit den Eulen
Ganz schön mysteriös – Fans und Kennern muss niemand mehr erklären, was The Beauty of Gemina ausmacht. Auch auf dem neuen Album „Flying With The Owl“ schafft Mastermind Michael Sele eine düster-schöne Klangwelt. Sie erzeugt einen beinahe gefährlich hypnotisierenden Sog, dem man sich kaum zu erwehren mag. Die stampfende, verführerisch düstere Rhythmik, die jeden einzelnen Song von The Beauty of Gemina durchzieht, ist in ihrer Form einzigartig und daher überaus schwierig, in Worte zu fassen. Würden eine zarte, weissblonde Elfe und ein Schamane gemeinsam so lange um das Feuer tanzen, bis sie Zeit und Raum in Trance vergessen und die Welt rundherum zu verschwimmen beginnt – etwa in diesem magischen Moment wäre der Ursprung des ikonischen Sounds der schweizerisch-liechtensteinischen Band zu suchen. Singer und Songwriter Michael Sele – meist das „Mastermind“ der Band genannt – bezaubert und fasziniert mit seinen Kompositionen Fans auf der ganzen Welt. Shows in mehr als 25 Ländern, Fans aus der ganzen Welt, die ihnen nachreisen – der Erfolg der Band spricht seit vielen Jahren für sich. Und Michael Seles Schaffenskraft scheint auch nach Jahren keinerlei Abbruch zu erleben. Seit 2007 hat The Beauty of Gemina beinahe im Jahrestakt Alben veröffentlicht. Das am 12. Oktober 2018 erscheinende neue Album, „Flying With The Owl“, wird von einer umfangreichen Tour begleitet. Nach einem fulminanten Auftritt am Schaffhauser „Stars in Town“ startet am 26. September 2018 die Tour im Basler Sommercasino. Danach geht es von Bern über München bis hin nach Hamburg. Präsentiert wird das neue Album mit einem erweiterten Line-up inklusive Cello, Saxophon und Violine. Seles Klanggerüst dürfte dadurch live noch mehr an Tiefe gewinnen.

rockette.space – Gisèle

Zwölf Jahre lang dauert inzwischen die Karriere von Songwriter und Sänger Michael Sele unter dem Decknamen THE BEAUTY OF GEMINA an. Doch selten ließ er seine Musik derart zurückhaltend und zugleich intensiv auf den Zuhörer einstürzen. Der Dark Rock des achten Studioalbums ´Flying With The Owl´ entflammt geradewegs mit Violine, Cello und Akustikgitarre im Innersten mächtige Sinnesempfindungen. Die Eule als Nachtvogel steht für Weisheit, Klarheit und neue Ideen. Dunkler Rock voller Kraft, der auch Americana und dramatisch initiierten Rock streift, ist 2018 angesagt. Die Kompositionen verströmen zwar nicht die Kraft von Leonard Cohen, Johnny Cash oder Nick Cave, sind aber in ihrem eigenen Territorium ein Sinnbild für Zuversicht, Beklemmung und Mutlosigkeit, Widersprüche, Sehnsüchte, Enthusiasmus, Leidenschaft und Hingabe. Gerne würden HUMAN DRAMA in Songs wie ´Into My Arms´ eine Blutsbrüderschaft mit THE BEAUTY OF GEMINA schließen, ein David Bowie wäre im herausragenden ´River´ ein gern gesehener Trinkgenosse. Selbst Robert Plant könnte ein Tänzchen zu ´Ghosts´ wagen. INTERPOL suhlen sich dagegen mit schwarzer Sonnenbrille zu ´Again´. Welche Engel jedoch an den Instrumenten zupfen und ´In The Dark´ über die Wolken tragen, muss jeder für sich herausfinden. Zumindest am Cello sind der Schweizer Raphael Zweifel, an der Violine Eva Wey, am Bass abermals Philipp Küng sowie der langjährige Mitstreiter bei THE BEAUTY OF GEMINA Mac Vinzens am Schlagzeug zu hören. ´Flying With The Owl´ ist ein extraordinäres Werk geworden und nimmt eine ebensolche Stellung in der bisherigen Diskografie von THE BEAUTY OF GEMINA ein. Es windet sich Ton für Ton in den Tiefen deiner schwarzen Seele, bis zum ´Suicide Day´. Zunächst muss allerdings ´Flying With The Owl´ gehört werden.

streetclip.de – Michael Haifl

Nach dem letzten regulären Studioalbum „Minor Sun“ und Ausflüge in akustische Gefilde schafft der Schweizer Michael Sele mit seiner Mannschaft ein neues Meisterwerk auf dem Flug mit der Eule durch die Nacht. „Flying with the owl“ nimmt sich selbst zurück, ohne den Anspruch zu stellen, nur akustisch daherzukommen. Schon die ersten Töne des Openers „River“ weisen die Richtung des Albums, immer entspannt, leicht melancholisch aber nie langatmig, sondern ruhig fließend. Jenseits aller Versuche einer bestimmten Kategorisierung bestimmen die leisen, dunklen Töne dieses Album mit kleinen Ausflügen in Country-Gefilde. Wer The Beauty of Gemina bereits kennt, darf sich auf dieser Produktion auch auf die Violinistin Eva Wey und Cellist Raphael Zweifel freuen, die bereits das Live-Ensemble bereichert haben.

westzeit.de – Frank Hübner

Verehrt oder gefürchtet, bewundert oder verfolgt, Sinnbild für Gut und Böse und zugleich Symbol der Weisheit, Beschützerin und Zauberin der Nacht. Wenn sich Songwriter und Sänger Michael Sele diesen faszinierenden Nachtvogel als Namensgeber zum neuen Album und Tournee zu eigen macht, darf man zurecht davon ausgehen, dass dieser mit Spannung erwartete Eulen-Flug einen weiteren Meilenstein in der mittlerweile zwölfjährigen Karriere des charismatischen Masterminds und seiner Band THE BEAUTY OF GEMINA einnehmen wird. Michael Sele stellt mit elf neuen Songs auf dem bereits achten Studio-Album «Flying with the Owl» seine internationale Klasse als Komponist, Sänger, Arrangeur und Produzent erneut zweifelsfrei unter Beweis. Die Musik, aufs Wesentliche reduziert, dennoch intensiv und pulsierend, dabei immer geschmackvoll und songorientiert arrangiert, erhellt die Gemüter und zelebriert gleichzeitig die Ästhetik der Dunkelheit gekonnt und ohne störenden Pathos. Die Themen und Texte beleuchten poetisch auf sanfte Art und Weise alle Facetten des menschlichen Daseins: Hoffnungen, Ängste, Widersprüche, Sehnsüchte, Leidenschaft und Liebe.

poponaut.de

Lieder für die Nacht
The Beauty of Gemina – das sind schweißtreibende Rocksongs, harte Elektro-Rock-Hymnen, beschwingte Düster-Blues-Country-Lieder, melancholische Dunkelpoesie und großartige Musiker, die man unbedingt live erleben muss. Eigentlich sind The Beauty of Gemina aus der Schweiz nicht in Worte zu fassen, man muss sich völlig offen auf ihre Version düster-schöner Musik einlassen und sämtliche Genreeinteilungen vergessen. Denn darauf arbeitet die Band selbst schon seit einigen Alben hin, und mit dem achten Streich Flying with the owl könnte es ihr endgültig gelungen sein. Selbst so eine recht allgemeine Bezeichnung wie Dark Wave ist hier zu wenig, die Band hat mittlerweile definitiv ihr eigenes Genre erschaffen: The Beauty of Gemina. Was erwartet uns jetzt also beim Flug mit der Eule? Nach dem ersten Hördurchlauf fällt mir als Erstes auf, wie extradüster diese Platte geworden ist. Immer wieder wird das Motiv der Nacht oder der Dunkelheit aufgegriffen, in der sich die titelgebende Eule bewegt. Doch nichts vermittelt die Ruhe und Gelassenheit, mit der dieser majestätische Vogel durch sein Revier schwebt, das Aufgehobensein und den Frieden in einer stillen Nacht. Nein, hier regieren großteils Düsternis und Melancholie, manchmal herrscht eine geradezu klaustrophobische Atmosphäre, die von gelegentlichen Ausflügen in etwas beschwingtere Country- und Americana-Gefilde aufgelockert wird. Nach dem ersten Durchlauf braucht man definitiv erst einmal eine Pause, um sich dann mit neuer Kraft in diese musikalischen und textlichen Abgründe zu stürzen, die einen aber auch nicht loslassen. Nach und nach werden die Songs transparenter, vielschichtiger und immer schöner, doch das erfordert genaues Zuhören – am besten über Kopfhörer. Dann wird man mit Perlen wie dem getragenen Eröffnungstrack „River“ belohnt, der mit seinen Americana-Einflüssen und Michael Seles im Vordergrund stehender Stimme sofort ins Ohr geht. Die Weite, das Streben in die Ferne, das ein Fluss symbolisiert, klingt hier immer wieder durch. Das folgende „Into my arms“ bewegt sich ebenfalls im zurückgenommenen Midtempobereich und gefällt mir vor allem wegen Eva Weys hinreißender Geige, die sich bis zu einem furiosen Ende steigert. Der verhallte, leicht verzerrte Gesang wird bei „Monsters“ wiederaufgenommen, das einem einen Schauder über den Rücken jagt. „The monsters are coming, I see it in your eyes“, singt Michael Sele, klagend fragt er: „How did we get this far?“ Ein sehr reduzierter Song mit klaustrophobischer, abgründiger Atmosphäre. Zum Glück kann die Vorabsingle „Ghosts“ die Stimmung wieder ein wenig heben, vor allem die Fans der Country-Seite der Band werden hier bedient. Es wird schwungvoller und rhythmischer, die Slide-Gitarre setzt schöne Akzente, während wir uns inhaltlich wieder in der tiefsten Nacht bewegen, in der die Geister auf die Jagd gehen. Die tiefe, „namenlose“ Nacht wird auch in „In the dark“ besungen, und hier treffen wir auf die titelgebende Eule. Fast meint man, das beinahe lautlose Flügelschlagen des weisen Tieres zu hören. Die Nacht hält uns auch weiter fest in ihrem Griff, „I pray for you“ ist ein weiterer sehr reduzierter Song mit fast schon apokalyptischem Text, denn „the angels are falling tonight“. Der „Tunnel of pain“ ist trotz des Titels ein schmissiger Düstercountry-Song, der die bei den letzten Tracks vorherrschende gedrückte Stimmung ein wenig auflockert, was der Platte sehr gut tut. Auch „Again“ trägt einen auf der zwar melancholischen, aber vor allem wunderschönen Melodie ein bisschen entspannter durch das Album. Dank der leichten Americana-Einflüsse entwickelt sich der Song nach mehreren Durchläufen zu einem der Ohrwürmer der Platte. Das vergleichsweise geradezu opulente „Shades of summer“ lässt einen ein wenig träumen, bevor es mit „Suicide day“ noch einmal knüppelhart wird, also inhaltlich gesehen. Das Klavier führt uns in den Song, zusammen mit Michael Seles Stimme und leisen Streichern, und bei „It’s a suicide day, and the sun is shining“ stockt einem erst mal der Atem. Der mit Abstand beklemmendste, aber auch zarteste und stärkste Song des Albums, bevor das Instrumental „Wood song“ alles abrundet. Flying with the owl ist keine leichte Kost, und man braucht definitiv Geduld für die Platte. Wie schon gesagt, empfehle ich das aufmerksame Hören über Kopfhörer, denn nur so lassen sich die vielen Schichten in den Songs identifizieren, die kleinen Details wahrnehmen, und Michael Sele scheint einem direkt ins Herz ins zu singen. Sound und Abmischung sind übrigens hochklassig. Ich gebe zu, ich tue mich immer noch ein wenig schwer mit manchen Songs, doch ich weiß jetzt schon, wie großartig und intensiv diese Platte live auf der Bühne klingen wird, denn die wahre Magie der Band entfaltet sich im gemeinsamen Zusammenspiel vor Publikum. Bei der anstehenden Tour sind auch die von der letztjährigen Akustiktour (hier unser Bericht) bekannten Musiker Eva Wey und Raphael Zweifel an Geige und Cello wieder dabei. Gänsehaut ist also garantiert und ein Konzertbesuch dringend empfohlen. Am 28.09. gastieren The Beauty of Gemina im Münchner Backstage, und da werden diese extrem zurückgenommenen, reduzierten Songs wunderbar funktionieren.

schwarzesbayern.info – torshammare

The Beauty of Gemina sind endlich wieder unberechenbar
The Beauty of Gemina haben auf «Flying With The Owl» den Ballast abgeworfen und zur Essenz ihres Sounds gefunden. Bereits Anfang Jahr gab es mit dem Trailer erste Vermutungen. Die Bestätigung folgte mit Ghosts, der ersten Single: The Beauty of Gemina haben mit Flying With The Owl ein akustisch dominiertes Album aufgenommen. Um zu verstehen, weshalb sich Michael Sele, der kreative Kopf der Band, dafür entschieden hat, muss man einen Blick auf die Geschichte werfen. 2006 erschienen The Beauty of Gemina mit ihrer Hitsingle Suicide Landscape schlagartig auf der Bildfläche der schwarzen Szene. Mit den ersten drei Alben zementierte die Band ihren Status als Dark-Wave-Flaggschiff der Schweiz. Kaum eine düstere Seele, die nicht Gefallen am dichten wie dunklen «Gemina-Sound» fand. «The Myrrh Sessions» als unverstärkter Urknall Das vierte Album Iscariot Blues landete erstmals in den hiesigen Charts. Allerdings vermochte das Werk – trotz guten bis grossartigen Songs – nicht ganz mit seinen Vorgängern Schritt halten. War der Zauber verflogen? Doch dann, 2013, überraschten Sele und seine Mitmusiker alle mit The Myrrh Sessions. Ein Album mit akustischen Adaptionen ihrer bisherigen Stücke. Niemand hatte das erwartet. Es war der unverstärkte Urknall, der das Gemina-Universum für immer verändern sollte. Auf The Myrrh Sessions zeigte sich die Band in völlig neuem Licht. Für viele, die die undurchdringbaren, elektronisch durchzogenen Kompositionen als einzige Möglichkeit sahen, war das Akustik-Album eine Offenbarung: Hier sind tatsächlich talentierte Musiker am Werk. Nur ein Jahr später folgte Ghost Prayers. Michael Sele versuchte – nur bedingt erfolgreich – die neu gewonnene Facette mit dem beliebten «Gemina-Sound» zu vermählen. Im Vorfeld von Minor Sun überlegte sich das Mastermind, eine weniger grosse Produktion aufzufahren, wie er im Interview verriet. Er entschied sich dagegen. Immerhin gelang die Fusion beider Klangwelten deutlich besser. Ohne Ballast zur Essenz Trotz der Versuche auf Ghost Prayers und Minor Sun: Der Weg von The Beauty of Gemina schien nach The Myrrh Sessions und zahlreichen Akustik-Touren vorgezeichnet. Und das, obwohl sich die Band in den letzten Jahren live in neue Höhen schraubte. Flying With The Owl ist die logische Konsequenz des Geschehenen. Das Erstaunliche am neuen Album ist deshalb nicht, dass es akustisch geworden ist. Sondern, dass The Beauty of Gemina den Ballast loswerden mussten um die ätherische Essenz ihres Sounds wieder zu entdecken. Der «Gemina-Sound» bestand nie nur aus der Dichter der Arrangements. Es waren auch die einzigartigen Phrasierungen, die repetitiven Texte, die vertrakten Melodien und die konsequente Verweigerung des Strophe-Refrain-Schemas. Auf diese Ursprünge besinnen sich die neuen Songs zurück – und machen Flying With The Owl zu einem Genuss. Dunkle Stimmung ist zurück Natürlich bleibt das Album nicht ohne Risiko: The Myrrh Sessions profitierte damals vom Überraschungseffekt. Es waren bekannte und beliebte Songs – bloss im unvertrauten Gewand. Flying With The Owl muss hingegen ohne Vorschusslorbeeren überzeugen. Das ist die grösste Herausforderung, die die Band mit dem Album stemmen muss. Selbst wenn die akustisch angehauchten Elemente in den letzten Jahren in den Vordergrund traten – etwa bei Down By The Horses oder Mariannah –, gab es stets die wuchtigen Nummern wie One Million Stars oder Endless Time To See. Was Flying With The Owl jedoch im Gegensatz zu den letzten beiden Alben kreiert, ist die düstere Stimmung der ersten Jahre. The Beauty of Gemina kehrten der dunklen Seite zwar nie ganz den Rücken, aber in dieser Intensität war die Dunkelheit länger nicht mehr zu spüren. Die neu destillierte Atmosphäre in Flying With The Owl ist auch auf der Bühne spürbar. Die akustische Richtung macht den Sound erst dreidimensional. Als die Band am 29. September wieder im renommierten Zürcher Jazzclub Moods auftritt, sind die Songs laut, leise, fein und grob. Mal braut sich ein Sturm zusammen wie in Suicide Landscape, mal entspannt melancholisch wie in Into Black. Erst im Konzert wird erkennbar, wie gut sich die neuen Stücke in den Kanon der Gruppe einfügt. Fast zweieinhalb Stunden dauerte ihr Auftritt. The Beauty of Gemina transportieren eine vollkommen andere Energie als bei ihren Rockshows. Es ist nicht die Wucht, die einen hier mitreisst, sondern die Nähe. Auf der tiefen Bühne lässt sich hervorragend die Symbiose beobachten: Das kurze Blitzen in den Augen der Musiker, das Lächeln, wenn eine Passage gelingt und die Euphorie auf das Publikum überspringt. Und die Band zieht wiederum ihre Kraft aus der Reaktion ihrer Zuschauer. Michael Sele ist mit Flying With The Owl zu seinen musikalischen Wurzeln zurückgekehrt: Den Folk-inspirierten Musikern wie Neil Young, aber ebenso der Klassik. Das alles fliesst im neuen Album mit dem angestammten Sound in einem Akustik-Wave zusammen, der sich nie ganz in eine Schublade stecken lässt. River, der erste Song auf Flying With The Owl, ist ein dankbarer Einstieg in die neue Gemina-Welt. Ein sanft fliessendes Stück mit Strophen wie graue Wolken, die über einem hinwegziehen und einem Refrain, der Lichtstrahlen den Himmel aufreissen. Doch die Dankbarkeit endet bereits bei Into My Arms, das mit seinem schwankenden Rhythmus herausfordert. Das Dunkle durchdringt das sehr monoton gehaltene Monsters ebenso wie das auf Gitarre und Cello reduzierte In The Dark. Das sperrige I Pray For You erinnert unweigerlich Hunters und somit an die frühen Jahre der Band. Der Sound ist wieder unberechenbar Musikalisch tanzt insbesondere Tunnel Of Pain. Der Song ist der einzige auf Flying With The Owl, der einerseits eine positive Attitiüde verbreitet, andererseits einen Country-Einschlag hat. Die Violine von Eva Wey hüpft wie ein junges Fohlen. Auch Shades of Summer ist eine kurze, zurückhaltende Aufhellung, der durch das überraschende Aufbegehren der predigenden Stimme Seles im Gedächtnis bleibt. Unerwartet auch das wiederum dunkle Suicide Day, getragen durch eine prägnante Klavier-Melodie, über der das Cello und die Stimme schweben. Suicide Day ist auch deshalb einzigartig, weil es mehr eine Klanglandschaft zeichnet als vorgibt, ein klassisches Lied zu sein. Die später einsetzenden Drumbeats erinnern an La Mer – Rhythme Eternel, dem Instrumental-Stück von At The End Of The Sea. Suicide Day symbolisiert das letzte Teilstück, das den «Gemina-Sound» komplettiert: Die Unberechenbarkeit. Das Album klingt zeichnet ein stringentes Bild, erlaubt es aber trotzdem jedem Song, einen eigenen Charakter zu entwickeln. Es ist endlich wieder aufregend, The Beauty of Gemina zu hören. Die Stücke lassen sich nicht mehr so leicht erahnen. Vielmehr sind es kleine Abenteuer, voller Referenzen an das ganze Schaffen der Band. Hört man genau hin, lassen sich überall Erinnerungsfetzen an alte Sounds finden, ohne dass den neuen Songs die Originalität abgesprochen wird. In gewisser Weise ist Flying With The Owl ein Best-of-Album.

negativewhite.ch – Janosch Tröhler

Dass Michael Sele ein Ausnahmekünstler ist, der seine Fans mit jedem neuen Album ein Stück weit überrascht, wissen wir. Darkrock aus der Schweiz zuhause bei tBoG music / Universal Records.
Die Band

Michael Sele ist Mastermind und Herz von THE BEAUTY OF GEMINA, kreativer Kopf und Triebfeder, sein langjähriger Weggefährte ist Drummer Mac Vinzens. Auf „Flying With The Owl“ tun weitere Gäste mit; am Cello der in Nizza lebende Schweizer Musiker Raphael Zweifel, welcher u.a. mit den TOTEN HOSEN auf deren Akustik Tournee zu hören war und weiter sind an der Geige die bekannte Fidlerin auch in der Schweizer Volksmusik versierte Violinistin Eva Wey und am Tieftöner erneut Freund und Bassvirtuose Philipp Küng.
Das Album

Es ist bereits die Nummer 8 in der Reihe der grossartigen tBoG-Diskographie , das hervorragende „Flying With The Owl“. Es ist im guten Sinn „poppiger“ als frühere Werke, extrem eingängig und mit Hooklinern nur so gespickt. Die Kompositionen sind dicht, verwoben wie ein Knäuel aus Seidenfaden. Erneut schafft es Michael Sele, sanfte Töne mit intelligenten Taxten so zu kombinieren, dass dabei etwas Kräftiges, Beständiges entsteht. Mit seiner Gesamtstimmung entzieht sich die Musik noch stärker als bisher einer klaren Genreeinordnung. Dark Wave? Dar Rock? Gothic? Von Allem ein wenig und doch nichts. Längst haben Sele und seine Mitmusiker einen eigenen Stil geschaffen, etwas Unverkennbares – dieses Mal sanft und beinahe besinnlich. Es gibt keine Rocknummern wie noch auf „Minor Sun“ von 2016, die etwas schnelleren Tracks wirken eher wie Americana – passend auch zum Video „Ghosts“, das gut in einen Tarantino-Film integriert werden könnte oder einen von Wim Wenders oder Sergio Leone. Neben „Ghosts“ kann ich zum Reinhören den „Wood Song“ wärmstens empfehlen, für einmal instrumental, ohne die Stimme des sympathischen Grossmeisters. Oder dann „Tunnel Of Pain“, weil er das musikalische Kontrastprogramm bietet, den oben erwähnten Americana-Style. Oder das geniale „Suicide Day“ oder… einfach das gesamte Album.
Fazit

Die Fans von tBoG werden das neue Album sowieso lieben, da es bekannte Facetten der bisherigen Alben aufgreift, anders kombiniert und damit einmal mehr etwas Neues schafft. „Flying With The Owl“ wird dadurch mit neuer Bedeutung eine für THE BEAUTY OF GEMINA „typische“ Scheibe – unbedingt empfehlenswert. Michael Sele und seinen Mitmusikern gelingt es, ein melancholisches Werk mit tiefgründigen Texten zu schaffen, das weder deprimierend noch aufgesetzt wirkt. Für mich ist es das musikalisch und kreativ beste Machwerk, das dieses Jahr auf meinen Schreibtisch geflattert ist und sich auf meinen Festplatten und Gehörgängen eingenistet hat.

metalnews.ch – Danny Frischknecht

Schmerzlich schön beginnt das neue Album der Schweizer mit dem sanften „River“. Gewohnt minimalistisch fließen die Töne dahin wie das Wasser in seinem Flussbett „far down the river“. Rockiger wird „Into My Arms“, dass seinen speziellen Drive durch das synkopische Spiel des Schlagzeugs erhält. Im Hintergrund erklingen Instrumente wie ein Akkordeon und auch eine Orgel, aber ganz dezent — fast unhörbar wie der Flug der Eule. Am Anfang sind zarte Flageoletttöne bei „Monsters“ zu hören und die Violine unterstützt mit lang gezogenen Tönen die stetig an- und abschwellende Dynamik dieses Titels. Die erste Single ist „Ghosts“: Americana meets Wave, das hätte einem Nick Cave auch gut gestanden! Das wäre der perfekte Soundtrack zu einem Roadmovie auf den ewig langen, geraden Highways der USA. Die Drums spielen einen schnellen Achtelrhythmus, während die zweite Gitarre monoton die Viertel mit nur wenigen Tönen zupft, der Bass darf dafür runter in den Keller der dunkelsten Töne zum Improvisieren. Das ergibt einen großartigen, hypnotischen Drive! Verloren und versonnen wirkt „In The Dark“, wo sich die beiden Gitarren und die Violine sanft umspielen. Melancholie pur! „I Pray For You“ darf mehr krachen und folgt den Spuren des Dark Wave, jedenfalls was die Gitarrenbegleitung angeht. „Tunnel Of Pain“ ist wie „Ghosts“ ein Goth ’n’ Blues. Der Titel hat trotz seines bluesigen Charakters einiges an positiver Leichtigkeit an sich. Das mantramäßig wiederholte „again, again“ bohrt sich unwiderruflich ins Gehirn. „Again“ tut es dem Opener „River“ gleich. Etwas mehr Tempo und Drive als dieser, aber mit derselben Beiläufigkeit schlüpfen hypnotische Ohrwürmer in diesem Titel. Das dahin gehauchte „Shades Of Summer“ besticht durch Lagerfeuer-Feeling. Die Dramatik steigt zum Refrain hin an und wird ernsthaft und schwer. Die Ballade „Suicide Day“ fokussiert die Melancholie des ganzen Albums in den kurzen Momenten des Atemholens, der Stille. Breite Tonstrukturen verweben sich ineinander, einfache Tonfolgen umspielen sich, um einen mehrdimensionalen Klang miteinander zu erzeugen. „Suicide Day“ zeigt das Prinzip der Kompositions- technik von „The Beauty of Gemina“: herstellen von komplexen Klangteppichen durch Vereinfachung! Zum Abschluss des Werkes erklingt sehr organisch mit einem Gitarrensolo das Instrumental „Wood Song“. Fazit: Musik ist das, was zwischen den Tönen in den Bruchteilen von Sekunden der Stille passiert. „The Beauty of Gemina“ ist es auf diesem Album gelungen, gewaltige Stille zwischen die Töne zu bannen. Der Sound ist vollkommen analog gehalten, und wenn Synthesizer zum Einsatz kamen, dann fällt es nicht auf. Allein die Mischung von Dark Wave Komponenten mit Bluesanteilen ist ungewöhnlich und beachtlich, wenn Goth und Blues eine Synthese eingeht. Die zarte, ätherische Schwingung des Albums ist so verwunderlich wie der fast unhörbare Flügelschlag der Eule, mit der „The Beauty of Gemina“ zu fliegen beabsichtigt. Dies ist Musik für sündhafte teure Kopfhörer oder Soundanlagen, die den transparenten Sound wiedergeben können. Diese Musik ist besonders geeignet für genießende Melancholiker, bodenständige Fantasten und träumende Realisten.

darkmusicworld.de – Gabi Grimme

In der Reduktion offenbart sich Meisterschaft.
Ich liebe Michael Sele. Ich mache da gar keinen Hehl draus. Im Grunde ist alles an diesem Menschen liebenswert: Seine Musik, seine Stimme, seine Fähigkeit, sich immer wieder neu zu erfinden, seine feinsinnige Art, dass er und seine Musiker auf den Konzerten von The Beauty Of Gemina einem immer das Gefühl geben, wirklich mit ihnen zusammen zu sein. Aber wenn es etwas gibt, dem ich äußerstes Unbehagen entgegenbringe, dann ist es der Mainstream. Alle, die mich kennen, können ein leidvoll Lied davon singen und ich weiß, dass das ein engstirniges Vorurteil ist. Eins, dass sich über die Jahre immer wieder bestätigt hat, ein Vorurteil aber dennoch. Musikalisch wird der Mainstream für mich durch das Radio verkörpert. Ein großes Ziel von Herrn Sele ist es, dass seine Musik im Radio gespielt werden. Radiostationen in der Schweiz und Liechtenstein, wo The Beauty Of Gemina eine breitere Fan-Gemeinde haben, weigern sich seit Bestehen der Band deren Songs zu spielen. Das liegt wohl anscheinend immer noch an ihrem allerersten Song Suicide Landscape. In Deutschland wurden sie bislang auch nicht gespielt, aber hier gehört die Band ja auch zum Underground. Diese letzte Barriere ist nun gefallen. Die erste Single von Flying With The Owl, Ghosts, lief im deutschen Radio. Die Schweiz zog nach und auch Liechtenstein präsentiert nun das neue Album. Für Michael Sele ist ein lang gehegter Traum in Erfüllung gegangen. Endlich bekommt die Band auch in ihren Heimatländern die Anerkennung, die sie verdient. Und ich muss mich damit abfinden, dass ich nun Fan-Girl einer Band bin, die im Radio gespielt wird. Es fällt mir leichter als gedacht, denn The Beauty Of Gemina haben ein Album vorlegt, das so überhaupt nichts vom Mainstream hat. Flying With The Owl ruht in sich selbst. Bereits auf dem Vorgängeralbum Minor Sun waren Dark Americana und Blues-Elemente stark in den Vordergrund getreten, was Sele auf Flying With The Owl noch konsequenter umsetzt. Das gelingt ihm, indem er, was dem Blues eigen ist, destilliert: unverfälschte Emotion, originäres Songwriting und Akustik-Gitarre. Erst danach garniert er, staffiert aus, dekoriert und verleiht den elf Songs eine gewisse wohl dosierte und delikate Raffinesse, die diese vielleicht gar nicht benötigt hätten, sie aber zu unverkennbaren The Beauty Of Gemina Songs machen. Wir begegnen der hervorragenden Schlagzeugarbeit von Mac Vinzens, Violine, Cello, sowie zahlreichen inspirierenden Improvisationen an Klavier und Gitarre. So wird Shades Of Summer zu einem sehnsuchtsgeladenen Abschiedsstück an den scheidenden Sommer, das Wehmut und Verlangen gleichzeitig nährt und sich in einem goldenen Zwielicht verliert. River malt uns in verschiedenen Farben und Facetten das impressionistische, wie flüchtige Gemälde einer Flusslandschaft im Herbst. In The Dark ist ein Flüstern, zarte Introspektion, die uns das Gefühl ruhiger Geborgenheit und kühler Freiheit einer Nacht im Freien einhaucht. Ich habe selten ein Album gehört, das musikalisch einladender war, in seiner Einfachheit mehr überzeugt und in seiner Melancholie mehr Wärme und Zuversicht ausgestrahlt hat. Michael Sele scheint auf dem Höhepunkt seiner Fähigkeiten als Songwriter angekommen zu sein. Aber haben wir das bei Minor Sun nicht auch schon behauptet? Flying With The Owl lässt nur eine Frage offen: Was kommt danach?

monkeypress.de – Katja Spanier

Was Mastermind Michael Sele zusammen mit seiner Band hier abliefert ist erneut ein wahrer Earcatcher. TBOG veröffentlichen mit “Flying with the Owl” bereits ihr achtes Studioalbum (hinzu kommen zwei Live-Alben und eine Compilation) und jedes Mal überraschen sie den Hörer aufs Neue. Heuer sind es vor allem die ästhetischen Soundkreationen, welche sich in minimalistischer Schwere aus den Boxen stibitzen. Das Gesamtwerk ist ein stimmiges Kunstwerk, welches auch aufgrund mancher Texte, in tiefer Melancholie badet. Der bittersüße Geschmack “schwarzer Galle” wird durch verschiedenste Streicher-Arrangements und elektronischer Finessen noch vertieft. Das sanftmütige Timbre wird mit latenten Verzweiflungs-Tonagen zum fragilen Erzähler, der mal über der Musik thront oder mal händchenhaltend und mal demütig die verführerischen Klangkosmen begleitet. Meist geht es sehr ruhig und getragen zur Sache, wobei druckvollere Stücke wie “Tunnel of Pain” dem Gesamtreigen dezent gesetzte Akzentuierungen verleihen, wobei hier die kammerorchestrale Instrumentierung in Verbindung mit straighten Schlagwerk und Akustik Riffs etwas effektvoller in die Szenerie treibt, währende Sele etwas Atemlos zusätzlich für latent hektische Variationen sorgt. Komplett bedrückend sind Songs wie “Suicide day”, bei dem das Licht der Hoffnung mit dem ersten Takt ausgeblasen wird. Die Stille hernach beschreibt das Instrumental zum Finale dann perfekt, wenn auch sehr dezent. Zu Beginn ist das leicht verträumte “River” ein perfekter Einstieg. Eine ruhige Atmosphäre wird erzeugt, fast sanftmütig schleicht die Trauer dahin. Dezent eingestreute Klänge von Cello und Violine verstärken die gefühlvolle Eleganz des Stückes. Mit Cellist Raphael Zweifel und der Violinistin Eva Wey konnte Michael auf bekannte Größen zurückgreifen, welche ihr klassisches Spiel herrlich unaufdringlich und dennoch markant in den Gesamtsound integrieren. Die Video-Single Auskopplung “Ghosts” glänzt mit einem latenten Country-Einfluss und straighten Riffs an der Akustik Gitarre, dezent eingestreute Loops und die Verwendung eines Harmonicums vervollständigen die Instrumentierung. Nicht nur hier balanciert man zwischen Verzweiflung und unterdrückter Wut. Hinzu kommt eine audiovisuelle Umsetzung, welche perfekt eine weite Ödnis beschreibt, dessen frustriertes Ende im Inferno endet. “In the Dark” nimmt sich aus der Ecke einen Stuhl und nimmt Platz zwischen Cohen und Cave, lächelt kurz verschmitzt, gibt seinen Musiker ein Zeichen und formt einen TBOG Song, dessen ungezwungene Eleganz in Ruhe badet und im Ohr-Gehirn Fragment das Element Wasser formt. Die Geige weint dazu. “Shades of Summer” ist ein wundervoller Song, der den Fokus nicht auf Melodie oder einer Hookline lenkt, sondern eine getragene Atmosphäre in den Mittelpunkt stellt, worum sich ein Mantel legt, dessen musikalische Ausrichtung genau den Triggerpunkt trifft, den Schwarzumhüllte meist im verborgenen tragen. Fazit: “Flying with the Owl” pendelt zwischen weich gezeichneten Düster-Meisterwerk und ästhetischen Minimalismus. Der Hörer ist hier jenseits des leichten Konsums eher staunender Beobachter als mit summender Begleiter. Trotz warm ummantelnder Klänge des Cellos oder das gefühlvolle Streicheln der Violinensaiten bleibt den Songs eine galante Kühle immanent. Michael verzichtet trotz verschiedenster Instrumente, welche sich zum klassischen Rockinstrumentarium gesellen auf jegliche Opulenz. Der Bombast wird zum Kulturbanausen, der die auf den Punkt gebrachten Arrangements nur blinzelnd aus der Ferne betrachtet. Der textliche Se(e)lenstriptease behandelt (meist) depressive Gedanken über Sehnsüchte, Einsamkeit oder Liebe, welche den Menschen des Öfteren begleiten, ohne das er ihnen mit gesundem Menschenverstand Einhalt gebieten kann. Um es mit Eulen zu sagen: Carpe Noctem! Für Haptiker ist wieder ein schönes Digi-Pack samt ausführlichen “Beipackzettel” als Verpackung gewählt worden, wobei das gekritzelte Cover etwas gewöhnungsbedürftig daher kommt.

ambossmag.de – andreas